Projekt: Honey Cowl

Dank der doch jetzt etwas kühleren Temperaturen (und Krankheit 🙁 , wo ich Zeit zum Stricken hatte) ist mein Honey Cowl jetzt in den letzten Zügen, also eigentlich fertig. Wie immer fehlt noch das lästige Vernähen zum Schluss.

Gestrickt habe ich dieses Cowl nach der kostenlosen Anleitung Honey Cowl (gefunden bei ravelry). Diesmal habe ich mich ausnahmsweise mal 100-prozentig an die Anleitung gehalten; naja fast, ich habe nur anderes Garn benutzt: Malabrigo Silky Merino in der Farbe Azules.

DSCF5941Die Anleitung ist auf englisch, aber ganz einfach und sehr verständlich, mit einem sehr einfaches Muster und damit absolut anfängergeeignet. Für Fortgeschrittene ist es ein entspanntes Projekt für zwischendurch.

Wie sagt man so schön? Man lernt nie aus. Auch wenn ich mich selbst als eine fortgeschrittene Strickerin bezeichnen würde, habe ich bei diesem einfachen Projekt auch noch etwas dazu gelernt. 🙂 Und diese Erkenntnisse möchte ich gerne mit euch teilen:

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  • Cowls, Tücher und Co fühlen sich besser an und fallen meist auch etwas besser, wenn sie lockerer gestrickt werden. Deshalb ist es ratsam hier eine etwas größere Nadelstärke als sonst zu wählen, besonders wenn man eher (so wie ich) fest strickt. Für das Garn in der Anleitung und auch für mein verwendetes Garn wird normalerweise eine Nadelstärke 4 empfohlen. Gestrickt wird aber das Projekt in Nadelstärke 5!

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  • Für dieses Cowl müssen 220 Maschen angeschlagen werden. Alle, die schon mal viele Maschen angeschlagen haben, wissen, dass es hier zwei Hürden gibt: Einmal, wie viel Garn brauche ich um die benötigten Maschen anzuschlagen (Kreuzanschlag bzw. longtail-cast-on)? Es ist nämlich echt ärgerlich, wenn man nochmal anfangen muss, weil einem kurz vor dem Ende das Garn ausgeht! Und wie verzähle ich mich bei so vielen Maschen nicht? Dazu habe ich zwei hilfreiche Tipps bei verypink.com gefunden. Hier das entsprechende Video auf englisch. Also wie kann ich abschätzen wie viel Garn ich für den Kreuzanschlag benötigen werde? Dazu wird das Garn z. B. 50 mal um die Nadel gewickelt. Diese Garnlänge ist ausreichend für 50 Maschen. Verdopple ich diese Länge, dann habe ich genug Garn für 100 Maschen, verdreifacht genug für 150, usw. Für dieses Projekt habe ich das Garn 60 mal um die Nadel gewickelt und dann die Länge vervierfacht plus ein bisschen extra Garn. Hat gut funktioniert. Und wie verzähle ich mich nicht? Dafür nach z. B. 50 Maschen einen Markierer setzen, dann nach 100, usw. So muss man diese Maschen nicht immer wieder neu zählen. Sehr praktisch diese zwei einfachen Tipps.

 

  • Es lohnt sich wirklich mit handgefärbten Garn zu arbeiten! Die Farben sind einfach ein Traum! Nur anders als bei maschinell erstellten Garnen, kann bei Handarbeit nicht immer genau der gleiche Farbton bei verschiedenen Strängen garantiert werden, selbst wenn die Partie übereinstimmt. Deshalb ist es hier sinnvoll einen neuen Strang nicht direkt anzusetzen, da das vielleicht eine harte sichtbare Kante ergibt, sondern über mehrere Runden das neue Garn mit dem alten abzuwechseln um einen weicheren Übergang zu erzielen. Dafür habe ich für einige Runden immer abwechselnd zwei Runden mit dem alten Strang und zwei Runden mit dem neuen Strang gestrickt und auf der Rückseite die Fäden umeinander gewickelt.

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  • Eine elastische Abkettkante ist bei einem solchen Projekt besonders wichtig und deshalb ist es ratsam hier nicht klassisch abzuketten, sondern eine etwas andere Technik zu verwenden. Dazu habe ich zwei Videos gefunden: Einmal auf deutsch und einmal auf englisch mit einem direkten Vergleich zum normalen Abketten. Die Idee ist gleich: Statt die Maschen übereinander zu ziehen, werden hier die Maschen rechts verschränkt zusammengestrickt, was einen wunderbar elastischen Abschluss ergibt. Einfach, aber effektiv.
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Ihr merkt die Farben variieren ganz schön. Es ist super schwer die Farbe mit der Kamera einzufangen. Dieses Foto kommt der tatsächlichen Farbe sehr nahe.

Noch zur Info: Mein fertiges Honey Cowl wiegt jetzt in etwa 130 g, ich habe also nicht die ganzen drei Stränge aufgebraucht. Die Maße entsprechen der großen Größe aus der Anleitung: Umfang etwa 110 cm und Breite etwa 30 cm.

Ein Buch über Hebemaschen – the art of slipstitch knitting

Ich bin ja ein großer Fan von Hebemaschenmustern: Sie sind einfach zu stricken, haben eine wunderschöne und interessante Optik und sind dabei ganz unterschiedlich! Das liebe ich ja! Und als ich mal in meine Statistik geschaut habe, habe ich festgestellt: Anscheinend nicht nur ich, sondern ihr auch! Der Beitrag über Meine Decke: Hebemaschenmuster wird von euch mit am meisten angeklickt! In dem genanntem Beitrag hatte ich eine kleine Sammlung mit Links zu Hebemaschenmustern zusammengestellt, doch natürlich gibt es zu dem Thema Hebemaschen noch so viel mehr! So viele tolle Muster und Variationen (auch mehrfarbig!), die ich selber noch nicht kenne und gerne ausprobieren möchte! Nur leider kommt das Thema Hebemaschen meiner Erfahrung nach in vielen (Muster-)Büchern entweder gar nicht vor, oder viel zu kurz. Schade eigentlich.

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Honey Cowl mit einem einfachen Hebemaschenmuster

Doch beim Stöbern im Internet nach diversen Strickbüchern dieser Art, bin ich über dieses Buch gestolpert: The art of slipstitch knitting. Also ein komplettes Buch nur über Hebemaschen! Leider ist es meines Wissens nach nur auf englisch erhältlich, doch mein Strick-Englisch reicht glücklicherweise dafür mittlerweile aus und da ich so ein Buch in dieser Form bis jetzt noch gar nicht hatte, habe ich es mir einfach mal geholt!

DSCF6332Was ich sehr schön finde: In dem großformatigen Buch gibt es neben obligatorischen Habemaschenmustern und Bildern, auch oft Fotos von der Rückseite der Muster und den Hinweis darauf, ob es „reversible“ ist. Zusätzlich dazu enthält es viele nützliche Informationen, z.B. welche Eigenschaften das spätere Gestrick haben wird (wie „very dense fabric“) und jede Menge hilfreicher Tipps. Auch wird am Anfang des Buches an einigen Beispielen verdeutlicht, wie durch kleine Änderungen in der Anordnung der Maschen oder auch durch das Hinzufügen einer weiteren Farbe ein Muster variiert werden kann. Sehr spannend (wie ich finde) und macht richtig Lust ein bisschen zu experimentieren und sich vielleicht selber ein paar Muster auszudenken.

Zusätzlich dazu befinden sich in dem Buch auch noch einige Strickmodelle, die einem zeigen, wie ein paar Hebemaschenmuster in konkreten Projekten angewendet werden können. Die Modelle und die Farbkombinationen treffen nicht alle unbedingt meinen Geschmack, doch das tut dem Buch eigentlich keinen Abbruch und ein paar schöne sind auf jeden Fall dabei. Bei ravelry findet ihr übrigens eine Übersicht über alle enthaltenen Modelle. Schaut einfach mal selbst! Ingesamt finde ich das Buch gut strukturiert und übersichtlich gestaltet, so dass es einfach Spaß macht darin zu blättern und sich inspirieren zu lassen! Also eine ganz klare Empfehlung für alle, die sich näher mit dem Thema Hebemaschen auseinandersetzen wollen.

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Quadrat Nr. 121: Wabenmuster

Ich bin mittlerweile bei meinem 121.(!) Quadrat für meine Patchwork-Decke angelangt. So langsam geht es Richtung Endspurt; hat ja auch lang genug gedauert. 😉DSCF5467Diesmal ist das Muster eine einfache Kombination aus quer liegenden Arbeitfäden (von abgehobenen Maschen) auf einem glatt rechts gestricktem Grund. In meinem Musterbuch (Grundstrickmuster von Weltbild), wo ich die Strickschrift gefunden habe, heißt dieses Muster schlicht „Wabenmuster“. Aber ich habe es auch schon unter vielen anderen Namen und mit leichten Abänderungen gesehen.

Auf der Seite von PurlSoho z.B. gibt es den Trellis Scarf, der komplett aus diesem Muster gestrickt wurde. Sehr elegant dieser Schal, so ganz in weiß! Nur, glaube ich, stimmt die Musterbeschreibung nicht 100-prozentig mit meinem gestricktem Muster überein (siehe Ränder, die ersten und letzten drei Maschen). Egal… Für die Idee und die Inspiration reicht es jedoch allemal.

DSCF5465Sehr angenehm bei diesem Muster ist, dass es sich nicht zusammenzieht wie manch andere Hebemaschenmuster und ich so eigentlich genau die gleiche Maschenanzahl wie bei glatt rechts anschlagen konnte. Und das Muster ist sehr einfach, dass ich nach einem Mustersatz ohne Probleme auch ohne Anleitung weiter stricken konnte. Alles in allem ein sehr simples und schönes Muster mit einer tollen Wirkung! Mein neustes Quadrat in hellblau gefällt mir jedenfalls sehr gut!

Mal wieder ein Quadrat

Da ich in letzter Zeit so viel mit meinen aktuellen Projekten (Loop mit Streifen, RVO-Top) beschäftigt war, ist meine Decke viel zu kurz gekommen und so dachte ich mir: Es ist mal wieder Zeit für ein Quadrat! So schnell, mal eben, für zwischendurch. Und was soll ich sagen. Es ist gar nicht so einfach noch andere Muster zu finden, erstens die ich noch nicht gestrickt habe und zweitens die sich auch gut für eine quadratische Form eignen. Und so ging doch echt viel Zeit dafür drauf meine Musterbücher zu sichten und im Netz nach Mustern zu suchen. Doch natürlich gibt es noch unendlich viele schöne Muster: Die Qual der Wahl! Wahrscheinlich ist das eher das Problem! 😉

DSCF5393Nach langem Suchen bin ich dann doch in einem meiner Musterbücher fündig geworden: Genannt „Kleines Rippenmuster“ und ist eine Kombination aus tiefer gestochenen und abgehobenen Maschen. Sehr schön in blassem lila, wie ich finde.

Noch eine kleiner Hinweis: Diese Art von Mustern neigen sehr stark dazu sich zusammenzuziehen und so muss man doch um einiges mehr an Maschen anschlagen um auf die gleiche Breite wie z. B. bei glatt rechts zu kommen.

Meine Decke: Hebemaschen

Ich war jetzt die ganze Zeit mit meinem Pulli beschäftigt, aber zwischendurch stricke ich auch immer mal wieder an meinen Quadraten weiter. Diese Quadrate aus ganz vielen verschiedenen Mustern werde ich irgendwann, wenn ich genügend Quadrate habe, alle zu einer Patchworkdecke zusammennähen. Mittlerweile bin ich beim 115. Quadrat!

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Muster aus rechten und linken Maschen oder auch Zopfmuster hatte ich ja schon vorgestellt. Jetzt kommen Hebemaschen. Das Prinzip ist recht einfach: Statt eine Masche zu stricken, wird sie (wie zum Linksstricken) nur auf die andere Nadel gehoben. Erst in der nächsten Reihe, meistens eine Rückreihe, wird diese abgehobene Masche dann gestrickt. Dadurch wird diese Masche sozusagen lang gezogen und erscheint größer als die anderen gestrickten Maschen. In Kombination mit anderen Maschen entstehen dadurch sehr interessante Effekte:

Es wir dabei noch unterschieden, ob der Faden hinter oder vor der Masche mitgeführt wird. Und manchmal werden diese Hebemaschen auch noch mit anderen Maschen verkreuzt.

Übrigens die Anleitung für das grüne „Hebegitter“-Muster habe ich bei eliZZZa gefunden. Für alle, die es nachstricken wollen, hier das Video:

Und hier noch ein paar Links zu verschiedenen Videoanleitungen mit Hebemaschenmaschenmuster: