Das Babyjäckchen ist fertig – Auf den Nadeln im November

Die letzten Fäden sind vernäht, der Knopf ist dran und jetzt kann ich euch ganz stolz das fertige Jäckchen für meinen Sohn Jonas zeigen:

Es ist so süß geworden! Damit hab ich gar nicht gerechnet. Zwischendurch hatte ich echt mit mir gehadert, was ich mir da für eine Anleitung rausgesucht habe, aber ich bin jetzt schwer begeistert. Ich bin tatsächlich ein kleines bisschen verliebt.

Wie schon im Beitrag davor erwähnt habe ich mich grob an die Anleitung Tied Hoodie orientiert, aber doch relativ viel angepasst. Veränderungen an Körper und Ärmeln hatte ich ja vorher schon beschrieben, jetzt schreibe ich euch noch schnell was zu der Kapuze und der Umrandung.

Kapuze: Ich habe 90 Maschen angeschlagen und kraus rechts gestrickt. Dabei habe ich die Kapuze aber direkt an die Kanten vom Halsausschnitt mit angestrickt. Dafür habe ich bis zum Ende der Reihe gestrickt, eine Masche aus der Abkettkante herausgestrickt, Arbeit gewendet und dann die herausgestrickte Masche mit der ersten Masche der Reihe rechts zusammengestrickt. Wieder rechte Maschen bis zum Ende der der Reihe, Masche herausstricken, wenden, die ersten Maschen rechts zusammenstricken, und so weiter.

Dadurch fällt das lästige Annähen später weg und die Naht, um die Kapuze zu schließen, ist hinten und nicht oben auf dem Kopf. In der Mitte bei den Schultern habe ich noch 4 Maschen auf 4 Reihen verteilt (am Anfang der Reihe) abgenommen. Zum Schluss habe ich ich die Kapuze mit einem 3-needle-bind-off zusammengefügt. Hat alles wunderbar geklappt. Die Kapuze hat jetzt ein bisschen was von einer Zwergenmütze, aber mit gefällt das ganz gut. Macht das Ganze irgendwie noch niedlicher.

Umrandung: Um dem Jäckchen noch einen sauberen Abschluss zu geben, habe ich noch einen I-Cord rundherum dran gestrickt. Zur I-Cord-Umrandung hatte ich in diesem Beitrag schon mal etwas geschrieben. Ich habe für dieses Jäckchen die „Abkett-Methode“ verwendet.

Ach ja, zum Schluss hatte ich mich dann doch noch entschieden einen Holz-Knopf anzunähen. Dafür habe ich auf der gegenüberliegenden Seite 7 Luftmaschen (mit Häkelnadel 3,5) an den Rand gehäkelt, zur Schlaufe geschlossen und angenäht.Jetzt noch ein paar Eckdaten:

  • Größe: 74/80 (oder anders ausgedrückt 6 bis 12 Monate)
  • Garnverbrauch: etwa 300 g Baumwollgarn (Twister Curly 8 Uni, 50g-85 m)
  • Gestrickt mit Nadelstärke 4 mm
  • Anleitung: Tied Hoodie mit Modifikationen (Körper und Ärmel findet ihr hier)
  • Holzknopf habe ich von hier

Das Jäckchen ist jetzt noch absichtlich etwas zu groß, der Kleine soll ja nicht sofort wieder rauswachsen. 😉 Und ich muss eh noch schauen ob und wie die Maße sich nach dem ersten Waschen verändern. Ich hatte zwar eine Maschenprobe gemacht, aber man weiß ja nie.

Habt noch eine schöne Woche! – Verlinkt bei maschenfein.

 

Projekt: Ein Jäckchen für den Kleinen – Auf den Nadeln im Oktober

Neelix legt sich jetzt schon langsam sein Winterfell zu und wird dann zu einem Mega-Flausch-Berg!

Wie manche von euch wahrscheinlich schon auf Instagram gesehen haben, habe ich wieder ein neues Projekt auf den Nadeln. Diesmal ein Jäckchen (für die kälter werdenden Tage) für meinen Kleinen. Der übrigens gar nicht mehr so klein ist, er trägt mittlerweile Größe 74, ist fast 8 Monate alt und wächst momentan wie Unkraut. 😉  Deshalb muss ich mich auch ein bisschen ran halten mit dem Stricken, ich will ja nicht, dass mein Sohn schon rausgewachsen ist bevor die Jacke überhaupt fertig ist.

Ich stricke frei und zwar sehr frei nach der kostenlosen Anleitung Tied Hoodie (bei Ravelry zu finden), da wie so oft, das fertige Strickstück echt süß, aber leider die dazugehörige freie Anleitung echt grottig ist. Die fertigen Größenangaben bzw. Altersangaben stimmen vorne und hinten nicht (zu klein) und ich habe mich mehr an schon gekauften Jäckchen Größe 74/80 und an seinen tatsächlichen Körpermaßen orientiert als an die Längenangaben in der Anleitung. Auch hinzu kommt,  dass mein Kleiner eher schmal ist und dafür aber einen sehr langen Oberkörper hat wie fast alle bei uns in der Familie. Dafür muss ich sowieso die meisten Anleitungen anpassen. Und in der Anleitung wird wirklich alles flach gestrickt und später zusammen genäht, was mehr als nervig ist. Ihr wisst ja, ich hasse zusammennähen… Also hab ich einfach mal ein paar Modifikationen vorgenommen, welche genau, könnt ihr hier lesen: 🙂

Körper: Maschenanzahl für Größe 6 bis 12 Monate angeschlagen (104 M). 18 cm kraus rechts gestrickt, dann für Ärmel geteilt. Bis zu einer Gesamtlänge von 30 cm gestrickt. (Das entspricht in der Anleitung der Länge für 4 Jahre, ja nee). Schulternähte zusammengenäht (hätte man vielleicht auch mit einem 3-needle-bind-off machen können).

Ärmel: Nicht flach von unten nach oben, sondern von oben nach unten in Runden gestrickt. Dafür 50 M aus der Ärmelkante aufgenommen. 1. Runde links und dabei 2 M durch zusammenstricken abgenommen (48 M). Etwa 5 cm in Runden weiter kraus rechts gestrickt. Dann je eine M am Anfang und am Ende der Runde abnehmen durch zusammenstricken (wie die Zunahmen laut Anleitung) alle 5 Runden bis noch 26 M auf den Nadeln sind. Noch 4 Runden kraus rechts. Dann mit dreimaschigen I-Cord abketten. Wie das geht kann man in diesem Video sehr schön sehen. Der Ärmel ist etwa 20 cm lang.

Abschluss: Wenn der zweite Ärmel und die Kapuze (die werde ich wahrscheinlich auch ein bisschen größer machen) dran sind, möchte ich noch rundherum einen I-Cord als sauberen Abschluss anstricken so wie bei diesem Jäckchen. Die Knöpfe schenke ich mir wahrscheinlich. Er trägt seine Jäckchen sowieso meistens offen.

Ach ja, ich stricke das Ganze übrigens aus einem 0-8-15-Baumwollgarn. Und zwar nicht weil Baumwolle mein Lieblingsgarn ist (irgendeine Merinomischung wäre wahrscheinlich viel toller gewesen), sondern aus einem ganz praktischem Grund: Das Garn darf bei 60 Grad in die Waschmaschine! Jonas nimmt im Moment einfach alles in den Mund (ganz besonders gerne seine Ärmel) und ist auch noch nicht aus der Sabber- und Spuckphase (Möhrchenbrei kommt da besonders gut) raus und da möchte und muss man als Mama so ein Teil einfach einmal mehr als einmal weniger waschen. Und Wollwaschgang bei 30 Grad oder sogar Handwäsche ist da einfach keine Option.

Beim nächsten Mal zeige ich euch dann das fertige Jäckchen. Habt ein schönes Wochenende. 🙂

Da bin ich wieder!

Hallo zurück! Nach zwei unglaublich anstrengenden Monaten melde ich mich mal wieder: Wir sind umgezogen, mein Mann hat eine neue Arbeitsstelle und ich bin ziemlich schwanger. Und wie das nun einmal so ist im Leben, es läuft nicht immer alles nach Plan und erst recht nicht so wie man es gerne hätte. Warum sollte es bei uns auch anders sein!?

Wie ihr seht, haben sich Emil und Neelix trotzdem schon gut eingelebt.

Nach dem ganzen Stress und der enormen Hektik der letzten Zeit hat mir die Gesundheit einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte also weder die Zeit noch den Kopf dafür zu stricken. Und nach vielen Kleinigkeiten, die sich dann in den letzten Wochen doch immer mehr gehäuft haben, wurde jetzt von meinem Körper dann die Notbremse gezogen. Diagnose: Ein stark verkürzter Muttermund. Gefahr einer Frühgeburt! Konsequenz: Verordnete Bettruhe und Schonung! Jetzt heißt es also erst einmal Füße hoch. Ob ich will oder nicht. Es ist nämlich noch nicht alles fertig und es gibt noch so viel zu tun, sowohl in Bezug auf die Wohnung als auch in Bezug auf die Vorbereitungen für unser Krümelchen. Da fällt das Stillhalten richtig schwer. Das einzig Gute an der Sache: Jetzt habe ich wenigstens die Gelegenheit zum Stricken! 😉

Und wie sollte es auch anders sein, habe ich direkt ein neues Projekt angeschlagen. Eins welches mir schon seit 2 Monaten unter den Nägeln brennt. Ihr könnt es euch bestimmt schon denken. Richtig, eine Babydecke! 🙂

Ausgesucht habe ich mir dazu ein Baumwoll-Modal-Garn: Die Cosma von Lamana. Das Krümelchen soll errechnet Mitte April kommen (und hoffentlich nicht früher!), und somit wird es also ein Frühlings-/Sommer-Baby werden. Da fand ich das Garn sehr passend. Außerdem sind die Farben der Cosma wunderschön und mit Nadelstärke 5 bestimmt auch schnell gestrickt. Ich hab ja auch noch etwas mehr als 6 Wochen Zeit, „hust“. Mal schauen…

Damit die Decke auch schnell fertig wird, habe ich mich bei der Anleitung für etwas ganz unkompliziertes entschieden: Die Newborn Baby Blanket von Altadena. Bei mir nur etwas abgewandelt. Ich werde sie etwas größer (etwa 65 cm breit) und mit Streifen in sieben Farben machen. Ganz genau heißt das in den Farben: 02 Schneeweiß, 05 Silbergrau, 36 Taubenblau, 38 Lind, 12 Jeans, 24 Petrol und 28 Schiefergrau.

Und ihr habt es jetzt bestimmt auch schon an den Farben erraten… Ja, ich bekomme einen Jungen! Und ich freue mich schon riesig darauf bald meinen kleinen Sohn mit dieser Decke zu begrüßen. Nur halt noch nicht jetzt. Drückt mir also noch die Daumen, dass er noch ein Momentchen drinnen bleibt…

Projekt Baby-Hausschuhe – Anleitung und Neuigkeiten

dscf6828Hier wie angekündigt, die Anleitung für die Baby-Hausschuhe. 🙂

Und jetzt kann ich es auch endlich mal sagen, ich habe nicht einfach nur so Baby- Schühchen gestrickt, sondern das hat auch seinen Grund. Ich mache es kurz: Ich bin nämlich schwanger! 😀 😀 😀

Mein Mann und ich freuen uns riesig auf das kleine Krümelchen und sind schon ganz aufgeregt. Und diese Vorfreude wollte ich natürlich auch stricktechnisch kreativ umsetzen: Also habe ich Baby-Schuhe gestrickt (die fand ich ja schon immer total süß!). Nur an einem Stück gearbeitet gibt es da irgendwie nicht so viele Modelle, somit habe ich mir einfach selbst etwas überlegt.

Hier also meine Anleitung. Gerne zum Nachstricken. Ich hoffe die Größe kommt hin. Wenn sich irgendwo ein paar Fehler eingeschlichen haben sollten, einfach in die Kommentare schreiben. Sie werden dann schnellstmöglich korrigiert. Viel Spaß damit.

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Anleitung:

Maße: ca. 9, 5 cm lang und 5 cm breit

Nadelstärke: 4mm (und 3,5 mm) (entweder Nadelspiel oder Rundnadel mit langem Nadelseil → Magic Loop)

Garn: Ich habe eine Merinomischung ( Merino Mix von Schoeller und Stahl) verwendet, einfach das was ich noch so an Wollresten rumliegen hatte (empfohlene Nadelstärke 4 – 5 mm)

Garnverbrauch: weniger als 50 g

Konstruktion: Zuerst wird die Sohle in Hin- und Rückreihen gestrickt. Dann werden aus dem Rand der Sohle Maschen aufgenommen und es wird in Runden weiter gearbeitet. Durch Abnahmen wird der Schuh geformt und schließlich mit einem Bündchen im Rippenmuster abgeschlossen. Die gesamte Konstruktion ist nahtlos.

Abkürzungen:

  • M = Masche(n)
  • R = Reihe
  • re =  Masche(n) rechts stricken
  • m1 = (make one) aus dem Querfaden rechts verschränkt zunehmen
  • 2 M re zus = zwei Maschen rechts zusammenstricken
  • li = Maschen links stricken

Los gehts:

Sohle: Mit 4mm Nadel 6 M anschlagen. Es wird in Hin- und Rückreihen gearbeitet.

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  • R 1: alle re (Rückreihe)
  • R 2: 1 re, m1, 4 re, m1, 1 re (insgesamt 8 M)(Hinreihe)
  • R 3: alle re
  • R 4: 1 re, m1, 6 re, m1, 1 re (insgesamt 10 M)
  • R 5 bis R 33: alle M re (insgesamt hat die Arbeit dann 17 Krausrippen und ist etwa 8 cm lang)
  • R 34: 1 re, 2 M re zus, 4 re, 2 M re zus, 1 re (insgesamt 8 M)
  • R 35: alle re
  • R 36: 1 re, 2 M re zus, 2 re, 2 M re zus, 1 re (insgesamt 6 M)
  • R 37: alle re

dscf6796Die Arbeit misst jetzt in etwa 9 cm mal 4,5 cm.

Fussteil und Bündchen: Es wird ab jetzt in Runden gearbeitet.

Aus dem Rand der Sohle rundherum von der Rückseite aus (am besten aus den kleinen Knubbeln) insgesamt 40 M aufnehmen: Aus den seitlichen Rändern jeweils 18 M und aus der Anschlagskante 4 M. Mit den schon vorhandenen 6 M der Sohle sind es jetzt also insgesamt 46 M. (Hinweis: Sollten es ein paar Maschen zu viel oder zu wenig sein, ist das nicht weiter schlimm. Die Maschenanzahl kann später beim Bündchen korrigiert werden.) Diese Rückseite der Sohle bildet später die äußere sichtbare Sohle des Schuhs. Die herausgestrickten M können jetzt zur Runde geschlossen werden. (Dafür den Rundenanfang markieren. Beim Rundenanfang wird sich später die „Ferse“ befinden.)

Die spätere Sohle
Die spätere Sohle
  • Runde 1: alle li
  • Runde 2 bis Runde 6: alle re
  • Runde 7: 26 re, Markierer setzen um die Mitte der Schuhspitze zu markieren (bei abweichender Maschenanzahl muss hier auch die Platzierung des Markierers angepasst werden),  restliche M der Runde re
  • Runde 8: re bis 6 M vor Markierer, dreimal jeweils 2 M re zus, Markierer überheben, dreimal jeweils 2 M re zus, restliche M re (40 M)
  • Runde 9: alle re
  • Runde 10: re bis 6 M vor Markierer, dreimal jeweils 2 M re zus, Markierer überheben, dreimal jeweils 2 M re zus, restliche M re (34 M)
  • Runde 11: alle re
  • Runde 12: re bis 6 M vor Markierer, dreimal jeweils 2 M re zus, Markierer überheben, dreimal jeweils 2 M re zus, restliche M re (28 M)
  • Runde 13: alle re (Hinweis: Dies ist eine Vorbereitungsrunde auf das darauf folgende Bündchen. Eventuell muss hier durch Zu- oder Abnahmen die Maschenzahl auf eine Zahl teilbar durch 4 angepasst werden bei einem 2-2-Rippenbündchen, oder wenn gewünscht auf eine gerade Zahl bei einem 1-1-Rippenbündchen.)

Jetzt etwa 7 cm im bevorzugtem Rippenmuster (bei mir 2 re, 2 li) in Runden weiter stricken. Wer das Bündchen etwas fester haben möchte, der kann hier auf eine kleinere Nadelstärke (z. B. 3,5) wechseln. Da ich aber eher fest stricke, und ich das Bündchen mit 3,5 zu eng empfand, bin ich bei einer 4er Nadel geblieben. Zum Schluss locker oder auch elastisch abketten und die Fäden vernähen. Bündchen umklappen. Den zweiten Schuh genauso stricken. Fertig!

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Ihr findet die Baby-Hausschuhe natürlich auch bei meinen Anleitungen. Hier noch mal der Link.

Projekt Mütze: Siksak – Oder zum ersten Mal Fair Isle stricken

Was für ein herbstliches und ungemütliches Schmuddelwetter! Bei 10 Grad und Regen wollen noch nicht mal mehr meine beiden lieben Kater vor die Tür (und das soll schon was heißen!), geschweige denn ich, wenn ich denn eine Wahl hab. Und was soll ich sagen, ich liebe es! Perfektes Strickwetter! 😀

dscf6756Jetzt ist wieder die Zeit fürs „Einkatzen“ (so wie mein Mann und ich immer sagen) auf dem Sofa, am besten mit Decke und einem heißen Tee. Bewaffnet mit Stricknadeln und natürlich jeder Menge Merinowolle. (Oder so wie Emil direkt an der Heizung!) Oh, was habe ich mich auf Merinowolle gefreut. Schöne, weiche Merinowolle. Und wie gut, dass da noch einige Reste in meinem Stash schlummern.

Nur was stricken? Was ich ja sowieso unbedingt mal ausprobieren wollte, ist ja Fair Isle, also mit zwei Farben gleichzeitig zu stricken. Und dafür eignen sich ja bekanntlich besonders gut Garnreste. Doch erstmal ein kleines Strickprojekt, nicht direkt ein Norwegerpulli, um die neue Technik zu testen. Denn wenn ich es total vermurkse, tut es am Ende nicht so weh, wenn ich nur etwas für die Tonne fabriziert habe. Also etwas kleines, nicht so schweres für den Anfang: Eine Mütze mit einem einfachen Muster. Perfekt.

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Ich weiß, einige werden jetzt zurecht sagen Fair Isle und Merino ist jetzt nicht so optimal. Viel besser ist eigentlich unbehandelte Wolle geeignet um mehrfarbig zu stricken, da sich dort die einzelnen Fasern schön miteinander verhaken können und ein stabiles Gestrick bilden. Ja, das stimmt. Alpaka und Co. sind in diesem Fall tatsächlich dem herrlich weichem Merino überlegen. Aber ganz ehrlich: Ich werde doch keine Mütze aus kratziger Schurwolle für mich stricken! Nope. Die werde ich doch niemals anziehen. Ist so. Habe ich schon meine Erfahrungen mit gemacht und daraus gelernt. Also bleibt es am Anfang zum Testen dieser Technik auf jeden Fall bei einer Merino-Resteverwertung.

Dafür habe ich mir eine ganz einfache kostenlose Anleitung bei ravelry ausgesucht, nämlich die Mütze Siksak von Hanna Leväniemi. Und die Anleitung ist wirklich super für Fair-Isle-Neulinge wie mich. Die Schwierigkeit bei Fair Isle besteht nämlich darin, den Faden der anderen Farbe auf der Rückseite mitzuführen und die Fadenspannung richtig hinzubekommen. Umso länger diese sogenannten Spannfäden, desto schwieriger das Ganze und eventuell müssen dann diese Fäden beim Stricken gleichzeitig mit eingewoben werden. Doch das ist glücklicherweise hier nicht nötig. Das Muster dieser Mütze ist so aufgebaut, dass maximal drei Maschen überbrückt werden müssen und ist somit ideal für Anfänger.

dscf6775Aber wie strickt man denn jetzt mit zwei Farben gleichzeitig? Am besten in Runden und nicht in Reihen, das ist am einfachsten. Und immer nur rechte Maschen, das ist klar, nur die Fadenhaltung (und die damit verbundene Fadenspannung) ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dabei gibt es eigentlich drei Grundtechniken:

1.Beide Fäden in der linken Hand. dscf6759Das ist wahrscheinlich die am meisten geläufige Fadenhaltung hier in unseren Breitengraden. Klar gibt es davon noch natürlich einige Abwandlungen, z.B. wie die einzelnen Fäden um die/den Finger gewickelt werden, doch die Idee ist gleich: Beide Fäden werden mit der linken Hand gehalten und abwechselnd je nach Muster rechts abgestrickt. Wie das geht, sieht man z. B. in diesem Video von Drops Garnstudio.

2.Beide Fäden in der rechten Hand.dscf6760Dies ist eine Variante die im englischsprachigen Raum sehr verbreitet ist. Eigentlich wird dabei nur ein Faden jeweils gehalten und der andere in der Zwischenzeit einfach hängen gelassen. Dafür sticht man zuerst mit der rechten Nadel in eine Masche ein und legt dann mit der rechten Hand die Faden über die Nadel um diese Masche dann abzustricken. Gut zu sehen ist das z. B. hier in diesem Video von verypink.com.

3.Einen Faden in der rechten und einen Faden in der linken Hand. dscf6766Dies ist eigentlich eine Kombination aus der ersten und der zweiten Methode. Während man die Hauptfarbe in der linken Hand hält und die Maschen wie gewohnt abstrickt (so wie bei 1.), hält man die andere Farbe mit der rechten Hand. Jetzt wird die Farbe gewechselt indem die nächste Masche mit der englischen Methode (so wie in 2.) mit dem Faden in der rechten Hand gestrickt wird. Anschaulich demonstriert z. B. in diesem Video von Cotton and Cloud.

 

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Jetzt gilt es also nur noch die Lieblingsvariante zu finden. Ich habe mich an der ersten Methode probiert und bin hoffnungslos gescheitert. Mit zwei Fäden in einer Hand war ich einfach feinmotorisch überfordert und die Fadenspannung hat vorne und hinten nicht gestimmt. Vielleicht mit sehr viel Übung und Geduld, irgendwann mal. Nur der Tag ist wahrscheinlich noch fern. Obwohl ich ja glaube, dass es sich lohnt diese Art der Fadenhaltung zu lernen, da damit auch kompliziertere mehrfarbige Muster recht gut und vor allem wahrscheinlich recht schnell zu stricken sind, wenn man es denn einmal den Dreh raus hat. Die zweite Variante entspricht überhaupt nicht meiner gewohnten Strickart und fiel damit auch aus. Und die dritte wars dann. Einen Faden rechts, einen Faden links, da kann sich nichts verheddern und eine gleichmäßige Fadenspannung war auch recht einfach zu erreichen. Diese Methode ist einfach meins. Doch da muss jeder für sich selbst herausfinden, was am Ende für einen am besten funktioniert.